DER MANTEL / THE CLOAK / LE MANTEAU

Eines der aus Erlösen der Kunstauktion geförderten Projekte

 

DER MANTEL / THE CLOAK / LE MANTEAU

eine Soziale Skulptur von Elisabeth Masé in Kooperation mit Tchekpo Dance Company

Eröffnung der 49. Kabinettausstellung „DER MANTEL“
Montag, 7. Oktober 2019, 14 Uhr

Evangelisches Zentrum Berlin
Georgenkirchstraße 69, 10249 Berlin, Haus 2, 4. Etage
Eintritt: frei (Mo-Fr 9 bis 17 Uhr)
Die Ausstellung ist bis zum 6. Februar 2020 zu sehen.

Elisabeth Masé in Kooperation mit Tchekpo Dance Company

DER MANTEL/ THE CLOAK/ LE MANTEAU. Eine soziale Skulptur

Die soziale Skulptur DER MANTEL baut zwischen unterschiedliche Kulturen eine Brücke. Das interdisziplinäre Kunstprojekt hat 2018 im Süden Benins, Westafrika, begonnen und wurde 2019 in Berlin fortgesetzt. Bildende Kunst, traditionelle Stickerei. Tanz und Musik kommen zusammen.

Es geht um das Thema Schutz. Männer und Frauen mit und ohne Fluchterfahrung besticken gemeinsam einen kreisrunden Mantel aus roter schwerer Baumwolle, der nach und nach zu einem sozialen Gemälde wird. Sie thematisieren, was aus ihrer Sicht schützenswert ist. Alle Beteiligten tragen selbstentworfene Kleidung in der Farbe des ockergelben Stickgarns. Die Bevölkerung wird eingeladen, eigene Schutz-Wünsche in Auftrag zu geben. Alle Teilnehmer erhalten anschließend eine Fotografie von sich im bestickten Mantel, der nun Teil einer gemeinsamen Geschichte ist.

Unter Verwendung des bestickten und mit Schutzgedanken und persönlichen Geschichten „aufgeladenen“, afrikanischen Mantels hat die Tchekpo Dance Company in Zusammenarbeit mit der Künstlerin ein Tanztheater über menschliche Teilhabe mit dem Thema Schutz entwickelt, welches mehrfach zu internationalen Tanzfestivals in Europa und den USA eingeladen wurde.

Einerseits verbinden sich bei dem interdisziplinären Projekt DER MANTEL Kunst und Kunsthandwerk sowie Musik und Tanz, andererseits finden während der gemeinsam verbrachten Zeit kreativ anregende Begegnungen zwischen Einheimischen und Geflüchteten statt.

Der besondere Reiz des Projekts DER MANTEL liegt in der Gleichzeitigkeit und Gleichbehandlung verschiedener Disziplinen und Kulturen. Eine zeitgenössische Idee trifft sich mit archaischen Ritualen, Bewegung interagiert mit statischen Bildern, Voodoo trifft auf Techno, modernes Ballett auf afrikanischen Ritual-Tanz. Angestrebt wird ein partizipativer Dialog zwischen verschiedenen Ausdrucksformen. Ein interdisziplinäres Labor entsteht. Die kollektiv bestückten Schutz-Mäntel werden zu anthropologisch neuartigen Gesten von sozialem Einfluss. Es geht indirekt um ein politisches Statement gegen Ungerechtigkeiten in hierarchisch organisierten Welten.

Die Ausstellung wurde durch eine Förderung der EKBO Kunstauktion zugunsten von Projekten für Migranten und Flüchtlinge gefördert.

Weitere Informationen: Pfarrer Hannes Langbein, Stiftung St. Matthäus, 030 28395283, info@stiftung-stmatthaeus.de www.stiftung-stmatthaeus.de

Bildnachweis: Elisabeth Masé

Elisabeth Masé wurde in Baselgeboren und studierte an der dortigen Hochschule für Kunst. Von 1984 bis 1997 war sie Dozentin an der Basler Hochschule für Kunst. 1994 lehrte sie als Gastdozentin an der Kunstakademie Oslo. Seit 1996 lebt und arbeitet Sie in Deutschland, seit 2012 in Berlin. Sie stellte in namhaften Museen und Kunstvereinen in Europa und in den USA aus, zuletzt im Herbert F. Johnson Museum of Art, lthaca, New York. Zu ihren Werken im öffentlichen Raum gehören u. a. „Les Cours Etoilées“ in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Neuchâtel, „Der Morgen“ im Bielefelder Kunstverein und der „Raum der Stille“ in der Capella Hospitalis, Bielefeld. Seit 1992 hat Elisabeth Masé Bücher und grafische Editionen gestaltet, zuletzt drei Bände mit Aquarellen, eigenen Kurzgeschichten und Gedichten, die unter dem Titel „Der Hibiskus blutet“, „Amerika Give Me a Reason to Love You“ und „Children and Dictators“ im BuchKunst Verlag Kleinheinrich erschienen sind.

2015 entwickelte sie DAS KLEID, ein soziales künstlerisches Projekt mit Malerei, einem Workshop, Fotografien, Musik und einem Kurzfilm. Seit 2017 entsteht das interdisziplinäre Kunst- und Performanceprojekt DER MANTE / THE CLOAK / LE MANTEAU, welches sie 2018 in Westafrika, Benin. in Kooperation mit der Tchekpo Dance Company realisieren konnte. Elisabeth Masé erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den „Swiss Award“, den ‚Manor Kunstpreis“ und das Stipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris. Ihre Gemälde und Papierarbeiten befinden sich in namhaften öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, der Schweiz und der USA.

Tchekpo Dan Agbetou wurde in Dassa-Zoume, Benin/Westafrika geboren und erlernte zunächst den traditionellen, afrikanischen Tanz. Als Jugendlicher kam er nach Frankreich und studierte Modern- und Jazztanz in Paris und New York, u. a. am Alvin Ailey Dance Theater. In den 80er Jahren erweiterte er seine Ausbildung u. a. bei Maurice Béjart und Roland Petit. 1991 gründete er in Frankreich seine eigene Company, die „Tchekpo Dance Company“, deren Produktionen inzwischen in Europa, Asien, Afrika und den USA erfolgreich aufgeführt werden.

1995 eröffnete er mit der Tänzerin und Tanzpädagogin Ulla Agbetou in Bielefeld, Nordrhein Westfalen, „Dansart Tanznetworks“, ein Zentrum für professionellen Tanz und Kreativität mit eigenem Theater und Studios sowie einem umfangreichen, staatlich anerkannten Ausbildungsprogramm. 2002 übernahm er die künstlerische Leitung des jährlichen Tanzfestivals Bielefeld, 2006 gründete er das Festival „Biennale Passages“ für zeitgenössischen Tanz aus Afrika sowie, 2009, das Festival „Artists in Fusion“. 2018 realisierte er gemeinsam mit der Künstlerin Elisabeth Masé das interdisziplinäre Kunst- und Tanzprojekt DER MANTE / THE CLOAK / LE MANTEAU in Westafrika, Benin, welches ebenso zu internationalen Tanzfestivals in Europa und in den USA eingeladen wurde.