Bénédicte Savoy,

die Schirmherrin der diesjährigen 23. Kunstauktion zugunsten von Projekten für Migranten und Flüchtlinge, hat eine weltweite Debatte über die Rückgabe von Museumsstücken ausgelöst, die zu Kolonialzeiten von den europäischen kolonialen Mächten aus den Kolonien geraubt und in europäischen Museen ausgestellt wurden und werden. Aus dem Beirat des Humboldt Forums, in dem ab 2019 auch solche geraubten Kulturgüter ausgestellt werden sollen, ist Bénédicte Savoy bereits 2017 ausgetreten. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sie als Expertin zu seiner Beraterin für die Rückgabe afrikanischer Kulturgüterernannt.

Bénédicte Savoy sieht ihren Einsatz für die Rückgabe geraubter Kunstschätze als politisches Engagement für ein neues Verhältnis zwischen den Menschen in Afrika und in dem Menschen in Europa und deshalb auch eine direkte Verbindung zur aktuellen Diskussion um  Flucht und Migration:

„Es geht nicht darum, die Museen zu leeren. Was unsere afrikanischen Kollegen, was die Länder zurückhaben wollen, müssen sie selbst entscheiden. … Es geht nicht um Quantität, sondern um die Qualität unserer gemeinsamen Zukunft. Das Thema Migration ist so prägend für unsere Zeit, wir können nicht länger verdrängen, was zu dieser Situation geführt hat und führt. Wir müssen an die Gewalt erinnern, mit der wir in diesen Ländern präsent gewesen sind, aus denen heute Migranten zu uns kommen. Ein neues Projekt wie das Humboldt Forum wäre eine gute Gelegenheit, auf solche großen gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren. Lange sah es aber nicht danach aus.“

(Auszug aus einem Interview des SPIEGELS mit der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy

in: DER SPIEGEL Nr. 29 vom 14. 7. 2018, S. 102)